Claude Vivier: Kopernikus (Deutsche Erstaufführung, Berlin, 7. Juni 2008)
So gebührt das Verdienst der deutschen Erstaufführung dem Dirigenten Errico Fresis. Der schleudert gleißende, in ihrer strengen Homophonie wie eingedampft wirkende Klangbrocken aus dem Orchestergraben – eine Mischung von Vulkanausbruch und Ritual. Kaum zu glauben, dass das nahezu solistisch agierende, bläserdominierte Ensemble Klangexekutive solche Klanggewalt erzeugen kann. Vorzüglich bewältigt die siebenköpfige Sängergruppe die scharf geschnittenen, in extreme Lagen geführten melodischen Linien.
(Isabel Herzfeld, Tagesspiegel Berlin, 13.6.08)
Eötvös: Radames und Scarlatti: La Dirindina - 10.11.2005 im Festival für Alte Musik des WDR (Herne)
Ein Höhepunkt war das Konzert … bei der die „Farsetta per musica” “La Dirindina” (1715) von Domenico Scarlatti über Kreuz mit den ebenfalls zwei Teilen der Kammeroper „Radames“ (in der Fassung von 1997) von Peter Eötvös gespielt wurde - wohlgemerkt bearbeitet für die gleiche, nicht gerade historische Instrumental-Besetzung: Sopransaxophon, Horn, Tuba und E-Piano bzw. -Orgel. Dies passte deshalb, weil in beiden Stücken der fortschreitende Irrsinn der Opern-Menschen und ihrer Gattung liebevoll an die Grenze getrieben wird, weil der Arrangeur und musikalische Leiter Errico Fresis seinen vier Sängern … und Musikern die jeweils gleiche stilistische Treffsicherheit verlieh.- Ein Hinweis darauf, dass die Wahl der Instrumente allein noch keine Garantie für eine historisch korrekte Aufführungspraxis liefert. (Concerto)
Jörg Mainka: “Voyeur” (Uraufführung) - 14.07.2004 im Forum Neues Musiktheater der Staatsoper Stuttgart
(...) "Und da wechselt Live-Elektronik mit Live-Musik, manchmal höchst überraschend, etwa wenn das vom früheren Freiburger ersten Kapellmeister und jetzigen Berliner Dirigier-Professor Errico Fresis präzise geleitete, exzellent-plastisch musizierende ensemble recherche durch ein virtuelles, akustisches Spiegelbild abgelöst wird und die Musiker zu stummen Beobachtern der Szene werden: einer der packendsten Momente einer Produktion, über die sich insgesamt gesehen doch besser sprechen lässt, als der Wittgenstein`sche Ansatz es vermuten ließe. Starker Beifall." (Badische Zeitung)
(...) "Grandios ist die Interpretation dieser Musik durch das furiose Ensemble Recherche unter Leitung von Errico Fresis. Und als erste Produktion im Forum Neues Musiktheater lässt der Voyeur eine Spur aufscheinen, die nicht in Sackgassen oder vermauerte Tunnel führt. Man ahnt zumindest, in welches sonore Land und zu welch spannenden Spielen und Fragen die experimentelle Reise führen könnte. (Esslinger Zeitung)
H. Marschner: “Der Vampyr” - Premiere 9.2.2002 im Freiburger Theater
(...) äußerst beherzt, ja fiebrig agierende Dirigent Errico Fresis ... Eine bemerkenswerte Aufführung und weit mehr als eine bloße Trouvaille (Süddeutsche Zeitung, 12.2.02)
(...) Insbesondere auf diese dunklen Seiten besinnt sich der Dirigent Errico Fresis und lässt die chromatischen Bässe rollen, die Holzbläser schrillen und die Streicher gespenstisch tremolieren (Neue Zürcher Zeitung, 11.2.02)
(...) mit seiner klangsinnlichen und dramatischen Interpretation verlieh Fresis der Partitur viel Schwung und Witz (Basler Zeitung, 13.2.02)
(...) Fresis dem Orchester hohes lyrisches Potenzial zu entlocken versteht (Badische Zeitung, 11.2.02)
“Rigoletto” - Premiere 3.10.2001 im Freiburger Theater
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Fresis favorisiert weniger einen scharfen als einen wuchtigen Klang. Am auffälligsten sind die häufig überaus gemessenen, gleichwohl in sich durchaus straff auf den Punkt gebrachten Tempi. Man hört viel, speziell in puncto Orchesterfarben und Nebenstimmen. (H. W. Koch, Mitarbeiter der “Opernwelt” in der Badischen Zeitung, 5.10.01)
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...) interpretiert Verdis Tempoangaben nicht als apodiktisch einzuhaltende Vorschrift, sondern als Teil einer musikalischen Architektur, die Figuren und Handlung miteinander verstrebt. Er lässt zuweilen langsamer spielen als es Usus ist und spreizt Verdis kontrastiv angelegte Szenerie in die Grenzpunkte. Sorgfältig gearbeitete Stimmführungen weiten den Klang ins Dreidimensionale
(Ina Karr, “Kultur Joker” Oktober 2001, Freiburg)
“Tri Sestri” von Peter Eötvös- 25.8.2001 im Edinburgh Festival
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Aus den besten Opernproduktionen im Lande: Eötvös’ Oper erlebte einen außerordentlichen Erfolg, leider nur in konzertanter Form (The Times, 26.08.01)
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Peter Eötvös und Errico Fresis leiteten beide Sinfonieorchestern des BBC … eine mehr als überzeugende Aufführung (Sunday Times, 2.9.2001)
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Eine fulminante Aufführung als britische Premiere (The scotsman 27-08-01)
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Mit dem Sinfonieorchester des BBC unter der Leitung von Peter Eötvös und Errico Fresis präsentierte sich die Handlung fließend mit Leichtigkeit und Sicherheit ... ein faszinierendes Erlebnis (The Guardian, 27.08.01)
“The Turn of the screw” - Premiere 27.4.2001 im Freiburger Theater
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Die Mitglieder des Philharmonischen Orchesters präsentierten sich unter Errico Fresis in bester Form und blieben der Partitur nichts an Farbe, Schmelz und Leidenschaft schuldig.(M.Gassmann, Frankfurter Allgemeine, 5.5.2001) Errico Fresis am Pult ließ sich vom solistischen Charakter der Partitur, der auch den geringsten Fehler sofort gnadenlos bloßlegt, kaum ein Jota abhandeln und legte sich mit seinen Musiker pünktlich, ausdrucksvoll und, wo gefordert, spielerisch-virtuos ins Zeug: Dabei entstand in den 15 Zwischenspiel-Variationen wie in den instrumentalen Szenenausmalungen eine oft sehr feines, filigranes, äußerst farbiges, dem Klangsinnlichen wie dem Kontemplativen gleichermaßen zugetanes Musizieren, das insbesondere preisgab, wie viel zarte Intimität und Wärme in Brittens expressiver, bis zur Zwölftönigkeit verspielter Nervenmusik beschlossen liegen. (Fritz Wintterlin, Badische Zeitung, 30.4.2001)
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...) irisierend-kantable Klangbilder ... ein ständiges Fluktuieren zwischen dramatischer Aufheizung und verführerischer Linearität. Errico Fresis gab dem Abend vom Dirigentenpult her gehörige kammermusikalische Dignität. (Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau, 4.5.2001)
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...) mit einem groß angelegten, weit atmenden, doch stets kammermusikalisch transparenten Klang ... ein musikalisches Psychogramm. (Axel Brüggemann, Mitarbeiter von “Opernglas” im “Kultur Joker” Mai 2001, Freiburg)
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Errico Fresis entlockte den Philharmoniker einen ungemein farbenreichen und plastischen Klang, durchhörbar und von solider Präzision. (A. Strittmatter, Schwarzwälder Bote, 3.5.2001)
“Die Fledermaus” - Premiere vom 1.12.2000 im Freiburger Theater
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Die filigrane Lesart, die er der genialen Partitur angedeihen lässt, spricht sehr für den neuen Ersten Kapellmeister Errico Fresis. Im Programmheft legt er dar, wie häufig Strauß es „moderato“ möchte. Und so klingt’s: Nie werden die Noblesse, der Witz, die Finesse der Musik ans vordergründige Knallpeng verraten – Kammeroperette gelegentlich, im Terzett von Akt III etwa wie auf Spitze musiziert. Fresis favorisiert das Leise. Er reizt Strauß’ Kunst des Übergangs aus. Er tastet sich in sein Melos hinein, lockt es erst allmählich aus der (Tempo-)Reserve. Wenn’s auf der Bühne teutonisch rumpelt, setzt er Diskretion dagegen. (Heinz W. Koch, Mitarbeiter der “Opernwelt” in der Badischen Zeitung, 4.12.2000)
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Kapellmeister Errico Fresis bettet es in moussierenden Champagnerklang: Nie derb draufschlagend, stets der federnden Walzerseligkeit verhaftet mit allen humoristischen Soli, die Strauß angelegt hat, stets auf dem Vulkan zum gesellschaftlichen Absturz balancierend, dirigiert er sich ganz nahe an Harnoncourts Lesart heran. (Axel Brüggemann, Mitarbeiter von “Opernglas” im “Kultur Joker” 22.12.2000, Freiburg)
“Drei Schwestern” von Peter Eötvös - Premiere vom 8.10.2000 im Freiburger Theater
(...) eine bis in die umfangreichen solistischen Anforderungen erstrangige Wiedergabe. Der neue Erste Kapellmeister Errico Fresis hatte erheblichen Anteil am günstigen Eindruck. Gerade den atmosphärischen, den vielfältig changierenden lyrischen Momenten nähern die Dirigenten sich mit spitzen Fingern und feinem Ohr. Da ist viel von Eötvös´ Seelen-Illuminationen. (Heinz W. Koch, “Opernwelt”, 12.2000)
“Il Trovatore” von Verdi - Premiere am 27.5.2000 im Freiburger Theater
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Der Maestro schlägt Verdi nicht als Gassenhauer, sondern als Erneuerer der Oper [...] Über jede Nuance des Umbruchs scheint sich Fresis im Klaren; und er führt sie uns minutiös vor. Ganz ohne Schulmeisterei. Dabei schlägt der Takt mit kapellmeisterischer Strenge in seiner Rechten - zuweilen mit raffinierter Ritardandi und gelassenen Generalpausen. In der Linken schlägt das Herz! Da zieht Fresis die legati durch die Lust, bringt die Sänger zum Atmen, die Streicher zu flackern (wann haben wir´s so je gehört?), saust kompromisslos auf die Fortissimo-Punkte zu und wühlt sich tief hinab bis in die feinsten Strukturen der Musik (...) Allein das zu sehen! - ein Erlebnis. Und zu hören erst: zumal Freiburgs Philharmoniker dem Neuen auf die Geste genau folgen. (...) Was GMD Kwamé Ryan bislang vermissen ließ, einen neuen Klang, ganz ohne Patzer, ein schlankes, konzentriertes, ja kammermusikalisches und gleichsam emotionales Spiel, lässt sein neuer Kapellmeister nun endlich hören: Freiburgs Philharmoniker als 1A-Orchester! (...) dieser Abend gehört ganz dem Orchester und seinem neuen Kapellmeister. Willkommen Errico Fresis. (Axel Brüggemann, Mitarbeiter von “Opernglas” im “Kultur Joker” 9.6.2000, Freiburg)
(...) Deren Konturen ließ der neue Erste Kapellmeister Errico Fresis seine Musiker auf eindrucksvolle Weise ausformen. Fresis gab ein leichtfüßiges, oft sehr straffes, sehr präzises Parlando vor, horchte die Begleitfiguren bei Arien und Ensembles fein aus, und vor allem der hoch gespannten Erregung der Figuren verschaffte er Raum und viel gefühlshaften Nachdruck.(29.5.2000, Badische Zeitung)
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Der neue Kapellmeister des Freiburger Theaters, Errico Fresis, hat einen eindrucksvollen Einstand gegeben. Leicht, mit viel Sensibilität, führt er das Philharmonische Orchester durch das von Verdi in der Partitur dreifach geforderte Piano, gibt gleichzeitig der sprunghaft vorwärtsdrängenden “melodia spezzata” Klangvolumen. Auch das Opernensemble war unter seiner Führung gut aufgehoben. (31.5.2000, Zeitung zum Abend - Freiburg)
ARCHIV
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Höchsten Respekt hatte sich dabei der die Uraufführung mit Raffinement und Übersicht dirigierende Errico Fresis verdient, nicht minder die beteiligten Musiker des Saarländischen Staatstheaters die - bis an die Grenze gefordert - eine hochengagierte Leistung erbrachten. (Die Rheinpfalz, 21.10.97 über Tobias Schneid: swin swin, Musiktheater, Uraufführung, Staatstheater Saarbrücken)
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Von den Instrumentalisten des Saarbrücker Opernorchesters
unter Errico Fresis´ Leitung wird das äußerst distinkt in den Klangfarben, in der Gestik und Transparenz des Klangbildes, auch in der differenzierten Rhythmik realisiert. (nmz,11.97 über Tobias Schneid: swin swin, Musiktheater, Uraufführung, Staatstheater Saarbrücken)
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Von einer Sternstunde zu sprechen, verbietet sich bei einem Konzert, das zu einem Großteil Luigi Nono gewidmet war, eigentlich von selbst. Denn seine dem Ideal der Schmucklosigkeit folgende Kunst geht über die Grenzen des Ästhetischen weit hinaus (...) Bedenkt man aber die Intoleranz, mit der Nonos Musik nach wie vor begegnet wird, dann muss man einfach seine Genugtuung darüber zum Ausdruck bringen, dass im Rahmen eines Konzertes des Wiener Klangforums unter Errico Fresis Nonos Musik vorbildlich realisiert und auch aufgenommen wurde. (Der Standard, Wien, 13.3.1991 über mein Konzert mit Werken von Monteverdi und Nono im Wiener Konzerthaus mit dem Klangforum Wien)
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Das Saarbrücker Musikleben verliert einen seiner eigenwilligsten Köpfe: Errico Fresis, Studienleiter und Kapellmeister des Saarländischen Staatstheaters und Leiter des Ensembles PanArte, geht nach Freiburg (...) Fresis hat immer wieder knallbunte Farbtupfer gesetzt im saarländischen Musikleben - nicht nur am Staatstheater, wo er mit der Musiktheater-Uraufführung "swin swin" oder in neuster Zeit mit Cages "Europeras 3&4" Akzente setzte [...] Freiburg kann sich auf einen Künstler mit Ideen freuen. (Saarbrücker Zeitung, 8. Juni 2000, Abschiedsartikel)
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Fresis´ Vorliebe, die Spannungsbögen bis zur Neige auszuspielen, entspringt allerdings weniger einem blindwüchsigen musikalischen Temperament oder überschäumender Emotionalität. Vielmehr wahrte seine fulminante Interpretation durch herausgearbeitete Steigerungen an strukturales Element. (Südwest Presse, 13.4.1994)
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vermittelt durch seiner Ausdrucks- und Formkraft auch jenes “Treibhausklima”, das Bergs Schaffen durchzieht. Eine Wiedergabe die auch höchste Maßstäbe nicht zu scheuen braucht. (Schwäbische Zeitung, 12.4.1994)
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