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Die literarische Vorlage zur Komposition von Bernd Thewes „Herr und Frau Goldkopf“ ist das gleichnamige Märchen von Hugo Ball, das erst vierzig Jahre nach seinem Tod in der Sammlung „Tenderenda der Phantast“ veröffentlicht wurde. Die ersten Arbeiten an dieser Sammlung fingen 1914 an, als Ball während des Krieges von München nach Berlin ging, um dort sein Brot zu verdienen. Er arbeitete weiter an „Tenderenda“ bis 1922, inmitten seiner theosophischen Untersuchungen und deckt damit die ganze Spanne seines Schaffens. In einem Entwurf von 1921/22 ist die Identifizierung Balls mit Laurentius Tenderenda eindeutig. Er nennt sich „Kirchenpoet“, „Ritter aus Glanzpapier“. Wer war aber Hugo Laurentius Tenderenda Ball? 1886 in Pirmasens geboren, wuchs er in einer streng katholischen Familie auf, studierte 1906-10 Germanistik, Soziologie und Philosophie in München und Heidelberg. 1911/12 arbeitete er als Dramaturg in Plauen, 1912 wechselt er zu den „Münchener Kammerspiele”. Neben Friedrich Nietzsche, mit dem sich Ball gründlich während seines Studiums beschäftigte, wurden Frank Wedekind und Wassily Kandinsky von prägender Bedeutung für seine literarische und kulturelle Entwicklung. Er verhalf Wedekind zum Durchbruch auf der Bühne, führte selbst Regie, war Mitarbeiter von Zeitschriften und Lektor verschiedener Theaterverlage. Nach der Schließung der „Münchener Kammerspiele” ging er nach Berlin und wurde Zeitungsredakteur, er beschäftigte sich mit revolutionärem Anarchismus und pflegte Kontakte zur literarischen Avantgarde. 1915 emigrierte er mit Emmy Hennings, seiner späteren Frau, nach Zürich. Dort hat gründete er 1916 das berühmte „Cabaret Voltaire” zusammen mit Emmy Hennings, Hans Arp, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco und Tristan Tzara . Schon bald zog er sich, erschöpft durch die Vielfalt der organisatorischen und finanziellen Schwierigkeiten sowie Spannungen mit dem Co-Direktor Tzara endgültig von den dadaistischen Aktivitäten zurück. Er wurde 1917-20 Mitarbeiter der „Freien Zeitung” mit starken politischen Aktivität. Nach dem Ruin des Verlages verlor er das Interesse an der politischen Aktion, widmete sich dem streng orthodoxen Katholizismus und studierte die alten Mystiker. Nach seiner Heirat 1920 wohnte er im Tessin, wo er enge Freundschaft mit Hermann Hesse schloß. Hier begann Ball mit hagiographischen Studien, Vorarbeiten zu seinem Buch „Byzantinisches Christentum”. Er schrieb für die katholische Zeitschrift „Hochland” und befaßte sich mit dem Exorzismus als einer Form frühchristlicher Psychotherapie. Anfang 1924 überarbeitete Ball seine „Kritik der deutschen Intelligenz” und im selben Jahr erschien diese unter dem Titel „Die Folgen der Reformation”.Dank einer finanziellen Unterstützung hielten sich die Balls von Oktober 1924 bis April 1926 in Italien auf. Neben Aufsätzen fürs „Hochland” überarbeitete Ball seine Tagebücher zu dem autobiographischen Werk „Die Flucht aus der Zeit”. Aus Italien zurückgekehrt, entstand in Sorengo bei Lugano neben Korrekturarbeiten an „Die Flucht aus der Zeit” der „Hochland”-Aufsatz „Der Künstler und die Zeitkrankheit”. Anschließend begann Ball mit der Abfassung der „Hermann-Hesse”- Biographie. Erste Symptome seiner Erkrankung machten sich im März 1927 bemerkbar und am 2. Juli wurde er in Zürich operiert. Dabei wurde es zur Gewißheit, daß Hugo Ball unheilbar an Magenkrebs erkrankt war. Hugo Ball jedoch war über seine baldige Genesung voller Zuversicht und machte Pläne für die Zukunft.Nach seiner Rückkehr aus Zürich zog die Familie Ball nach Sant’ Abbondio. Am 14. September 1927 ist Hugo Ball dort gestorben
(Errico Fresis)
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