Fresis04
Max Jacob

[PanArte] [Mondreise] [Pirandello] [Sprechgesang]

Die Familie von Max Jacob stammt aus Neunkirchen/ Saar, damals noch Preussen. Mit dem Krieg 1812 verlor die wohlhabende Familie alles und die 20 Kinder verstreuten sich in Frankreich, wo es genug Freiheiten für Juden gab. Im Jahr 1888 änderte die Familie von Max in Tours den Namen von Alexandre zum Jacob - in dem Namen mit dem sie in der Stadt bereits bekannt waren. Max wurde am 12. Juli 1876 in der Bretagne geboren. Die Familienverhältnisse sind unklar da Max widersprüchliche  Beschreibungen lieferte. Einerseits sprach er mit Liebe und Respekt über seine Mutter, der er seinen laboratoire central widmete, andererseits schreibt er 1939 an Edmond Jabes daß er von seine Mutter und Brüder so mishandelt und gequält wurde, daß er dreimal Selbstmord versuchte. Die Beziehungen zu seinem Vater waren aber positiv und glücklich. In der Schule wurde er als Jude beschimpft und geschlagen, eine Tatsache die ihn zur Isolation zwang. Bereits in der Schule fing er an, als Ausgleich zur harten Realität, phantasievolle und absurde Gedichte zu schreiben. Mit 19 zog er nach Paris um dort zu studieren und wurde zum Kunstkritiker für die Zeitschrift Moniteur d’art. Im Jahr 1901 traf er Pablo Picasso, mit dem er ein Zimmer für einige Jahren teilte. Sein Brot verdiente er als Angestellter in einer Anwaltskanzlei, als Erzieher oder Lagerverwalter. Abends verkehrte er mit wichtigen Maler und Literaten wie André Salmon, Pierre Mac-Orlan (beide gehörten der Künstlergruppe Bateau-Lavoir), Guillaume Apollinaire und Georges Braque. Im Jahr 1909 sah er eine Christus-Vision. Der Verlag Kahnweiler veröffentlichte 1911 seine Burlesques du frère Matorel illustriert von Picasso. Am 18. Februar 1915 wurde er im Kloster von Sion getauft, sein Taufpate war Picasso. Modigliani porträtiert ihn und weitere Werke erscheinen: Le cornet à Dés, Le Phanérograme, La Défense de Tartuffe. Im Jahr 1920 werden seine Gouachen in der Galerie Bernheim-Jeune ausgestellt. 1921 zog er sich in einem Kloster in Saint-Benoît-sur-Loire zurück. Er lebte in Armut und verkaufte Bilder. Dort entstanden mehrere seiner literarischen Meisterwerke wie Le Laboratoire central, Art Poétique, Le Cabinet Noir, Visions infernales. 1927 kehrte er nach Paris zurück, 1933 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 1936 stellte in der neuen Galerie von Christian Dior seine Gouachen aus. Im gleichen Jahr ging er zurück ins Kloster wo er jeden Tag eine der Meditations, innere Gespräche mit Christus verfasste. Errico HomepageAufgrund seiner jüdischer Herkunft wurde er 1944 zum Lager Drancy deportiert und ermordet.

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